Mehrwertsteuer auf nicht fungible Tokens (NFTs)

Robert Pelletier
Juni 16, 2022

Die jüngste Beliebtheit von nicht fungible Token (NFTs) hat Investoren, Regierungen und Steuerbehörden in ihren Bann gezogen. Eine NFT ist ein digitaler Vermögenswert, der reale Objekte wie ein digitales Kunstwerk, einen Audioclip, ein Online-Spiel oder irgendetwas anderes darstellt. NFTs werden online gekauft und verkauft und sind in der Regel mit derselben Software wie Kryptowährungen codiert. Sie werden in der Blockchain gespeichert, um den Besitz der NFT zu authentifizieren und nachzuverfolgen.

NFTs sind im Allgemeinen einzigartig und können für eine einzige NFT zig Millionen Dollar einbringen. Der Gesamtmarktwert der NFT-Verkäufe stieg 2021 sprunghaft auf Milliarden. Die hohen Werte und der Umsatzanstieg haben mehrere Regierungen dazu inspiriert, Mehrwertsteuergesetze einzuführen, um diese digitalen Vermögenswerte zu definieren und zu besteuern.

NFT-Mehrwertsteuervorschriften

Mehrere Länder haben spezifische Mehrwertsteuermaßnahmen für die Behandlung von NFTs angekündigt:

Spanien: Spanien ist das erste Land in der EU, das Mehrwertsteuer auf NFTs erhebt. Die Generaldirektion Steuern in Spanien erließ eine Entscheidung, die besagt, dass die Lieferung von NFTs eine elektronisch erbrachte Dienstleistung ist, die dem Standard-Mehrwertsteuersatz von 21% unterliegt.

Belgien: Der belgische Finanzminister bestätigte, dass die Lieferung von NFTs eine elektronisch erbrachte Dienstleistung ist, die dem Standard-Mehrwertsteuersatz von 21% unterliegt.

Norwegen: Die norwegische Steuerverwaltung definiert die Lieferung von NFTs als elektronisch erbrachte Dienstleistung. Es ist wichtig zu beachten, dass die Schaffung oder der Abbau einer NFT im Gegensatz zu einem Verkauf keine Mehrwertsteuer anzieht.

Washington State (USA) : Das Finanzministerium von Washington wird voraussichtlich bekannt geben, dass NFTs als digitales Produkt den Umsatz- und Unternehmenssteuern des Bundesstaates unterliegen. Dieses Urteil wird Washington zum ersten Staat machen, der Umsatzsteuerpolitik für NFTs herausgibt.

In anderen Ländern wie der Schweiz wird die Lieferung von NFTs im Allgemeinen als elektronische Dienstleistung betrachtet. Es gibt jedoch eine schweizerische Mehrwertsteuerbefreiung für elektronische Kunstwerke, die direkt von einem Urheber verkauft werden und für NFTs gelten können. Die mehrwertsteuerliche Behandlung von Kunstwerken kann Auswirkungen auf die Steuerbehörden bei der Klassifizierung von NFTs haben.

Ort der Lieferung von NFTs

Ein weiterer Bereich der Mehrwertsteuerproblematik im Zusammenhang mit NFT-Transaktionen ist der Ort der Lieferung. Der Ort der Lieferung für Mehrwertsteuerzwecke verlangt in der Regel, dass Käufer und Verkäufer Domizilinformationen wie eine Rechnungsadresse austauschen. NFT-Transaktionen, die über Blockchain durchgeführt werden, können die Weitergabe personenbezogener Daten an Vermittler über eine anonyme „Brieftasche“ vermeiden, was zu Datenschutzbedenken und anderen Problemen für die Steuerbehörden führen kann, wenn sie versuchen, diese Transaktionen in den Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer zu bringen.

Die mehrwertsteuerliche Behandlung von NFTs steckt noch in den Kinderschuhen und wird sich zusammen mit der Branche für digitale Vermögenswerte weiterentwickeln. Weitere Einblicke in die Klassifizierung von NFTs und die Bestimmung des Erbringungsorts solcher Transaktionen werden gewährt, wenn immer mehr Steuerbehörden Entscheidungen zur Analyse dieser einzigartigen digitalen Vermögenswerte erlassen.

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Author

Robert Pelletier

Robert Pelletier is a Junior Regulatory Counsel at Sovos Compliance. Within Sovos’ Regulatory Analysis function, Robert specializes on research and analysis of global VAT and GST. Robert received a B.A. magna cum laude in Legal Studies from Quinnipiac University and a J.D. cum laude from Suffolk University Law School. Robert is a member of the Massachusetts Bar.
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