Das mexikanische Mehrwertsteuersystem (IVA): eine allgemeine Übersicht (Teil I)

Ramón Frias
August 31, 2016

Übersicht

Die wichtigste indirekte Steuer in Mexiko ist die Mehrwertsteuer (dort auch als IVA bezeichnet), die für alle Importe, Warenlieferungen und Dienstleistungserbringungen durch eine steuerpflichtige Person anfällt, sofern nicht durch ein spezielles Gesetz davon befreit. Die Steuer wird von der mexikanischen Bundesregierung erhoben und fällt normalerweise auf jeder Ebene der Handelskette an. Diese Steuer gilt in Mexiko seit 1980.

Klicken Sie hier und lesen Sie „Warum der neue Prozess zur Stornierung von eRechnungen in Mexiko so wichtig ist

Steuersatz

Mexiko erhebt einen landesweit einheitlichen Steuersatz von 16 %. Allerdings gibt es auch einen Satz von 0 % für Exporte und die lokale Lieferung/Erbringung bestimmter Waren und Dienstleistungen. Der Verkauf von Eis, Süßwasser, Maschinen und Rohstoffen für Fertiger, Bücher, Zeitungen, Zeitschriften durch ihre Herausgeber, Medikamente sowie die Erbringung von Dienstleistungen für anspruchsberechtigte Fertiger unterliegt dem Satz von 0 %.

Sie sollten wissen, dass Mexiko bis Dezember 2013 einen reduzierten Steuersatz von 11 % in den mexikanischen Grenzbundesstaaten Baja California Norte, Baja California Sur, Quintana Roo, den Gemeinden Caborca und Cananea sowie in den Grenzregionen des Colorado River im Bundesstaat Sonora erhob. Damit wollte man Unternehmen in diese Gebiete locken. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass die Umsatzsteuer in den US-Grenzstaaten nur die Hälfte der IVA in Mexiko betrug. Diese Regionen waren allgemein als die „Maquiladora Zonen“ bekannt.

Dieser reduzierte Satz von 11 % wurde ab dem 1. Januar 2014 aufgehoben und durch ein breiteres Anreizprogramm ersetzt, das auf die Fertigungsunternehmen in dieser Region zugeschnitten war.

Steuerbemessungsgrundlage und Steuerbefreiungen

Wie zuvor erwähnt, fällt die mexikanische IVA für alle Waren und Dienstleistungen an, sofern diese nicht per Gesetz davon befreit sind. Eine Vielzahl von Waren und Dienstleistungen ist von der Steuer befreit, darunter:

  • Verkauf von Häusern, ausgenommen derjenigen für gewerbliche Zwecke
  • Einzelhandel mit Büchern, Zeitschriften und Zeitungen
  • Gebrauchtwaren, die von Nicht-Steuerzahlern verkauft werden
  • Währungen
  • Finanzinstrumente
  • Gold mit mindestens 99 % Reinheitsgrad
  • Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte
  • Bestimmte Waren zwischen Fertigern vorbehaltlich besonderer exportorientierter Programme
  • Bestimmte Provisionen mit Bezug auf Hypothekendarlehen und der Verwaltung von Pensionskassen
  • Kostenlose Dienstleistungen, die für Mitglieder qualifizierter gemeinnütziger Organisationen erbracht werden
  • Bildungsdienstleistungen, die von öffentlichen und privaten eingetragenen Institutionen erbracht werden
  • Öffentliche Verkehrsmittel, die in städtischen oder vorstädtischen Gebieten bereitgestellt werden
  • Seetransport von Waren durch Organisationen, die nicht in Mexiko ansässig sind
  • Versicherungsdienstleistungen
  • Qualifizierte Finanzdienstleistungen
  • Bestimmte öffentliche Sendungen
  • Professionelle Gesundheitsdienste
  • Urheberrechte

Kredit-Debit-Mechanismen

Die mexikanische IVA unterscheidet sich nicht besonders von der Mehrwertsteuer in anderen Ländern insofern, als dass sie dem Steuerzahler den Abzug der Mehrwertsteuer gestattet, die an die Zulieferer des Steuerzahlers gezahlt wurde oder die der Steuerzahler selbst beim Import von steuerpflichtigen Waren gezahlt hat. Zusätzlich zur auf Importe und lokale Käufe gezahlten Mehrwertsteuer kann der Steuerzahler die Mehrwertsteuer gutschreiben lassen, die von Kunden einbehalten wird, welche zur Umkehrung der Steuerschuldnerschaft verpflichtet sind. Dieses Verfahren besprechen wir später.

In den Fällen, in denen der Steuerzahler nicht die gesamte bei seinen Käufen aufgelaufene Steuergutschrift nutzen kann, kann der verbleibende Betrag in spätere Zeiträume übertragen werden oder sogar eine Rückerstattung von den Finanzbehörden angefordert werden.

Steuerbares Ereignis und regelmäßige Zahlung

Eine der einzigartigen Eigenschaften der mexikanischen IVA ist, dass bei der Bestimmung des steuerbaren Ereignisses der Steuerzahler per Gesetz verpflichtet ist, die Kassenbuchführung anstelle der periodengerechten Buchführung anzuwenden. Das bedeutet praktisch, dass die Mehrwertsteuer für einen Verkauf als fällig gilt, wenn der Verkäufer wirklich bezahlt wurde, statt wenn die Rechnung gestellt, die Dienstleistung erbracht oder die Ware geliefert wurde. Wenn der Verkäufer nicht bezahlt wird, besteht auch keine Steuerschuld.

Allgemein sollte die mexikanische IVA monatlich bezahlt werden, und zwar spätestens am 17. des Monats, nachdem das steuerbare Ereignis auftrat.

<!–

Take Action

Learn how other mandates in Latin America affect your business and how you can overcome challenges by downloading the Definitive Guide to Latin American Compliance.

–>

Melden Sie sich für E-Mail-Updates an

Bleiben Sie über die neuesten Steuer- und Compliance-Updates auf dem Laufenden, die sich auf Ihr Unternehmen auswirken können.
Author

Ramón Frias

Ramon is a Tax Counsel on the Regulatory Analysis team at Sovos. He is licensed to practice law in the Dominican Republic and is a member of the Dominican Bar Association. He has a Certificate Degree from Harvard University as well as a J.D. from the Universidad Autonoma de Santo Domingo. Ramon has written a number of essays about tax administration and has won the first prize in the international essays contest sponsored by the Inter American Center of Tax Administrations (CIAT). Prior to joining Sovos, Ramon worked for more than 10 years in the Department of Revenue of the Dominican Republic where he served as Deputy Director. He is proficient in French and Spanish.
Share This Post

IPT Mehrwertsteuer und Steuerberichterstattung
June 14, 2021
Treffen Sie den Experten: Christina Wilcox, Director of Customer Success, EMEA bei Sovos

Meet the Expert ist unsere Blogserie, in der wir mehr über das Team hinter unserer innovativen Software und unseren Managed Services erzählen. Als globales Unternehmen mit Experten für indirekte Steuern in allen Regionen ist unser engagiertes Team oft das erste, das von neuen regulatorischen Änderungen erfährt, um sicherzustellen, dass Sie konform bleiben. Wir sprachen mit […]

E-Invoicing Compliance EMEA Mehrwertsteuer und Steuerberichterstattung
June 13, 2021
Saudi-Arabien veröffentlicht endgültige Regeln für E-Invoicing

Die General Authority of Zakat and Tax’s (GAZT) zuvor veröffentlichten Regelentwürfe zu „Kontrollen, Anforderungen, technischen Spezifikationen und Verfahrensregeln für die Umsetzung der Bestimmungen der E-Invoicing-Verordnung“ zielten darauf ab, technische und verfahrenstechnische Anforderungen und Kontrollen für das kommende E-Invoicing-Mandat zu definieren. Die GAZT hat kürzlich den Entwurf der E-Invoicing-Regeln in Saudi-Arabien fertiggestellt und veröffentlicht. Inzwischen hat […]

EMEA Mehrwertsteuer und Steuerberichterstattung
June 9, 2021
Rumänien SAF-T: Sind Sie bereit für den 1. Januar 2022?

Es ist schon mehr als ein paar Jahre her, dass Rumänien zum ersten Mal mit der Idee spielte, eine SAF-T-Pflicht einzuführen, um die ständig wachsende Mehrwertsteuerlücke zu bekämpfen. Jahr für Jahr fragten sich die Unternehmen nach dem Status dieses neuen Steuermandats, wobei die ANAF immer wieder versprach, bald Details zu nennen. Nun, die Zeit ist […]

EMEA IPT
June 4, 2021
So navigieren Sie durch die IPT-Behandlung in der Seeversicherung in Europa

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Ansätzen zur Behandlung der Versicherungsprämiensteuer (IPT) für Transportversicherungen in Europa. Bevor man sich ansieht, wie die einzelnen Länder die Transportversicherung behandeln, sollte man die Herausforderungen bei der Bestimmung des Landes beachten, das berechtigt ist, die IPT und alle damit verbundenen Gebühren zu erheben. Der Ort des Risikos in Bezug […]

E-Invoicing Compliance Kolumbien Latin America
June 1, 2021
Das Mandat zur elektronischen Gehaltsabrechnung in Kolumbien

Das kolumbianische System der elektronischen Rechnungsstellung erreicht den Reifegrad. Seit seiner Einführung im Jahr 2018 hat Kolumbien das Mandat stetig konsolidiert und erweitert, um es stabiler, zuverlässiger und umfassender zu machen. Mit dem Erlass des Beschlusses 000013/2021 hat die kolumbianische Steuerverwaltung (DIAN) das Mandat für die elektronische Rechnungsstellung offiziell auch auf Lohn- und Gehaltsabrechnungen ausgeweitet. […]