,

INDIEN: Reform der elektronischen Rechnungsstellung auf 1. Oktober 2020 verschoben

Filippa Jörnstedt
März 14, 2020

Die Reform zur obligatorischen Verwendung der elektronischen Rechnungsstellung in Indien kommt doch (noch) nicht: Nur zwei Wochen vor dem geplanten Beginn der ersten Phase hat das GST Council vorerst die Bremse gezogen. Die Umsetzung wurde zunächst um sechs Monate verschoben und soll nun am 1. Oktober 2020 in Kraft treten.

Aufgrund zahlreicher Beschwerden – sowohl seitens des privaten Sektors gegen das GST Council als auch seitens des GST Council gegen den Betreiber des GST-Netzwerks, Infosys – beschloss das Council in einer Versammlung am 14. März einen Aufschub des Reformbeginns.

In der Versammlung wurden mehrere wichtige Entscheidungen getroffen, insbesondere:

  • Aufschub der ersten Phase der Reform zur obligatorischen Verwendung elektronischer Rechnungsstellung vom 1. April 2020 auf 1. Oktober 2020
  • Aufschub der Verpflichtung zur Ausstellung von B2C-Rechnungen (für Unternehmen in der höchsten Steuerklasse, ab einem Wert von 500 Rupien) mit QR-Code vom 1. April 2020 auf 1. Oktober 2020
  • Befreiung bestimmter Steuerzahler von der Verpflichtung zur elektronischen Rechnungsstellung und Generierung von QR-Codes (dies betrifft u. a. Versicherungsunternehmen, Banken und andere Finanzinstitute sowie Unternehmen im öffentlichen Personenverkehr)
  • Aufschub der Verpflichtung zur Verwendung der neuen GST-Steuererklärung auf den 1. Oktober 2020
  • Aufforderung an den Infosys-Chef zur Teilnahme an den drei folgenden Versammlungen des GST Council zur Berichterstattung über den aktuellen Stand der technischen und infrastrukturellen Verbesserungen an den der GST-Reform zugrunde liegenden IT-Plattformen

Die bei der 39. Versammlung des GST Council getroffenen Entscheidungen haben zur Folge, dass das Anfang Dezember veröffentlichte gesetzliche Rahmenwerk entweder revidiert oder durch neue Vorschriften ersetzt werden muss. Angesichts der wirtschaftlichen Volatilität infolge der COVID-19-Pandemie ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich die Einführung der Reform weiter verzögern wird. Voraussetzung für die Einhaltung des neuen Zeitplans ist eine Stabilisierung sowohl der globalen Märkte als auch der technischen Plattform, die der GST-Reform zugrunde liegen soll.

 

Melden Sie sich für E-Mail-Updates an

Bleiben Sie über die neuesten Steuer- und Compliance-Updates auf dem Laufenden, die sich auf Ihr Unternehmen auswirken können.
Author

Filippa Jörnstedt

Filippa Jörnstedt is a Regulatory Counsel at Sovos TrustWeaver. Based in Stockholm, Filippa’s background is in international e-invoicing compliance and global regulatory developments. Fluent in English, Italian, French, Romanian and her native tongue Swedish, Filippa earned her degree in Law from Lund University in Sweden.
Share This Post

EMEA
June 16, 2022
Mehrwertsteuer auf nicht fungible Tokens (NFTs)

Die jüngste Beliebtheit von nicht fungible Token (NFTs) hat Investoren, Regierungen und Steuerbehörden in ihren Bann gezogen. Eine NFT ist ein digitaler Vermögenswert, der reale Objekte wie ein digitales Kunstwerk, einen Audioclip, ein Online-Spiel oder irgendetwas anderes darstellt. NFTs werden online gekauft und verkauft und sind in der Regel mit derselben Software wie Kryptowährungen codiert. […]

EMEA IPT
June 15, 2022
Im Fokus: Warum ist das italienische IPT-Regime so herausfordernd?

Einhaltung der Steuervorschriften in Italien — wo fangen wir an? Von monatlichen Steuerabrechnungen über eine jährliche Erklärung, Vorauszahlung, zusätzliche Berichterstattung und Behandlung negativer Prämien – all diese Faktoren machen Italien einzigartig und aus Sicht der Einhaltung der Versicherungsprämiensteuer (IPT) zu einer der schwierigsten Gerichtsbarkeiten. Lassen Sie uns alles aufschlüsseln: Steuern auf Versicherungen Die IPT-Sätze liegen […]

EMEA Mehrwertsteuer und Steuerberichterstattung
June 15, 2022
Gegenseitigkeitsvereinbarungen und warum sie bei der Rückerstattung der Mehrwertsteuer wichtig sind

Sovos hat kürzlich ein Online-Webinar zur Mehrwertsteuerrückerstattung veranstaltet, in dem wir Gegenseitigkeitsvereinbarungen zwischen dem Vereinigten Königreich und den EU-Mitgliedstaaten bei der Einreichung von Mehrwertsteuererstattungsanträgen der 13. Eine der Fragen, die immer wieder auftauchten, ist, was sind Gegenseitigkeitsvereinbarungen und warum sind sie wichtig? Reziprozität Bei der Geltendmachung von Erstattungsanträgen aus der 13. Richtlinie muss jeder EU-Mitgliedstaat […]

E-Invoicing Compliance EMEA
June 14, 2022
Der Resolutionsentwurf führt Änderungen an Perus e-Transport-Dokument ein

Die elektronische Rechnungsstellung wurde 2010 in Peru eingeführt, um dem Trend der kontinuierlichen Transaktionskontrollen (CTC) in lateinamerikanischen Ländern zu einer effizienteren Erhebung von Verbrauchssteuern zu folgen. Seitdem hat die Regierung Maßnahmen eingeführt, um eine beträchtliche Anzahl von Steuerzahlern im Rahmen des obligatorischen E-Invoicing-Regimes des Landes einzubeziehen und neue technische und institutionelle Strukturen innerhalb ihres Systems […]

E-Invoicing Compliance EMEA
June 9, 2022
Belgien nähert sich der obligatorischen E-Invoicing

Im Einklang mit den Verpflichtungen der europäischen Richtlinie 2014/55 über die elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen führte Belgien 2019 ein Mandat für öffentliche Stellen ein, elektronische Rechnungen zu empfangen und zu verarbeiten. Für Brüssel, Flandern und Wallonien ging die Initiative über das Nötigste der EU-Richtlinie hinaus und führte Verpflichtungen ein, auch elektronische Rechnungen für Lieferanten […]